Die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar

Die starke und würdevolle Darstellung der drei Frauen verschiedenen Alters auf dem Plakat fasziniert und begeistert erneut.

Und wir hoffen, dass sie wieder viele inspiriert und ermutigt, sich nicht alles gefallen zu lassen.

Und dass sie alle, Frauen wie Männer, daran erinnert:

Die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar. In Herne und überall.

 

Bereits 2018 war das beeindruckende Portrait der drei Frauen auf  27 über das gesamte Stadtgebiet verteilten großen Plakatwänden zu sehen – initiiert von der Frauen- & Mädchenberatungsstelle Schattenlicht e.V. in Kooperation mit dem Frauenhaus Herne.

2019 wurde diese wunderbare Aktion wiederholt, diesmal unter der Federführung des Runden Tisches gegen Häusliche Gewalt Herne, dem auch die Beratungsstelle Schattenlicht e.V. und das Frauenhaus angehören.

Initiatorin der Kampagne ist die Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt, die in Zusammenarbeit mit der Fotografin Bettina Flitner  das eindrucksvolle Plakatmotiv entwickelte.

Der Zeitpunkt der Kampagne ist auch 2019 wieder nicht zufällig gewählt: am 25.11. ist Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen.

Die Würde des Menschen und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sind Grundfeiler unseres deutschen Grundgesetztes. Doch gegen den Grundsatz Die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar wird jeden Tag und überall verstoßen. Mit Respektlosigkeit, sexualisierter Anmache, verbalen Belästigungen, Hetze im Internet, Beschimpfungen, Drohungen, Herabwürdigungen, physischen Übergriffen, sexueller Belästigung, Vergewaltigungen bis hin zur Ermordung – in der Schule, in der Ausbildung,  im beruflichen Kontext, im privaten Umfeld der Frauen und Mädchen, in der Freizeit, in der Öffentlichkeit, … wo auch immer. Und dies nicht erst seit der #metoo Debatte, die darüber hinaus noch einmal deutlich macht, dass Ruhm, Bekanntheit, Erfolg oder sozialer Status ebenso wenig vor alltäglichem Sexismus und Übergriffen schützen.

„Wie sehr Mädchen und Frauen an allen Tagen des Jahres in ihrem Leben mit sexualisierter Anmache, Herabwürdigung, Übergriffen und Gewalt konfrontiert sein können, scheint in der Regel nicht so beachtens- und erwähnenswert zu sein. Der ganz alltägliche Sexismus findet keine große Aufmerksamkeit.

Respektloser Umgang mit Mädchen und Frauen, also z.B. dumme Sprüche, beleidigende Bemerkungen, aufgedrängter Körperkontakt, Kommentare über das Aussehen usw. wird als „Kavaliersdelikt“ betrachtet. Diejenigen, die sich darüber beklagen, werden eher als „übersensibel“ oder „hysterisch“ eingestuft, als dass sie ernst genommen werden und Unterstützung bekommen.

Die Pornografisierung in der Werbung und in Teilen der Medien wirkt sich auf das aus, was Mädchen und Jungen, Männer und Frauen, für normal und selbstverständlich halten. Die kritische Auseinandersetzung mit Texten und Bildern, die Frauen als Sexualobjekte darstellen, hat nie den notwendigen Umfang erreicht. Vordergründig „coole“ Sprüche kaschieren Herabsetzung von Mädchen und Frauen. Freiheit der Werbung, Freiheit der Wirtschaft hat Vorrang vor Achtung, Respekt und kritischem Bewusstsein.

Werden sexuelle Belästigung und Gewalt aber zum Thema, dann wird nicht gefragt, wieso Jungen oder Männer so etwas machen und was die Gesellschaft dagegen tun kann. Vielmehr bekommen Mädchen und Frauen Tipps zur Selbstbehauptung und wie sie brenzligen Situationen aus dem Weg gehen können.

Für eine nachhaltige und effektive Verbesserung der Lebensrealität von Mädchen und Frauen brauchen wir aber beides: Unterstützung und Stärkung gegen jede Art von unerwünschter Anmache, Übergriffen und anderer Gewalt – und eine breite gesellschaftliche Diskussion verbunden mit aktivem Engagement gegen den ganz alltäglichen Sexismus.“ (Quelle:https://www.koelner-initiative-gegen-sexualisierte-gewalt.de/)

Es ist wichtig, das Schweigen zu brechen! Immer noch und immer wieder!

Die Plakate sollen Mut machen nicht alles hinzunehmen und sie sollen zeigen, dass Frauen und Mädchen wertvoll und nicht alleine sind.

Nachdem das Plakat in Köln gezeigt wurde, erhielten die Initiator*innen zahlreiche begeisterte Rückmeldungen nicht nur aus ihrer Stadt für ihre beeindruckende Darstellung des Rechts von Frauen und Mädchen auf sexuelle Selbstbestimmung und Unversehrtheit. Aufgrund dieses großen positiven Feedbacks beschloss die Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt, die Kampagne gegen eine Gebühr auch anderen Städten zur Verfügung zu stellen.

 

Hilfe für Frauen und Mädchen in Herne gibt es bei der

Frauen- und Mädchenberatungsstelle Schattenlicht e.V.  

und dem Frauenhaus Herne